Niederländische Tabakschuppen

In den Niederlanden wurde bereits sehr früh, Anfang des 17. Jahrhunderts, mit dem Tabakanbau begonnen.

Die Stadt Amersfoort entwickelte sich zu einem der Hauptanbauzentren der Niederlande. Von Paul van Liender stammt dieser Stich aus dem Jahr 1759, der im linken Bildteil einen Tabakschuppen am Hohen Weg darstellt. Es handelt sich um einen Schuppen mit asymmetrischem Querschnitt: Der Giebel ist an der Nordseite (im Bild rechts) weiter herunter gezogen als an der Südseite. Die der Sonne und dem Wind ausgesetzte südliche Traufenseite war höher und besaß somit eine größere Oberfläche. Das begünstigte die Belüftung. Die kleine Kirche rechts wird allem Anschein nach ebenfalls zur Tabaktrocknung genutzt. Ein Karren hält vor der baufälligen Kirche,  die drei Rundbogenfenster sind  mit Klappläden versehen und im mittleren Fenster erkennt man zwei Reihen Tabakblätter, eine Leiter  zum Aufhängen  des  Tabaks lehnt an der Außenwand.

Der Niederländische Tabakanbau und auch die Niederländischen Tabakschuppen galten im 19. Jahrhundert als leuchtenden Vorbild. (Der Geschmack des Niederländischen Tabaks ließ allerdings zu wünschen übrig.) Mitte des 19. Jahrhunderts erhielt der Hockenheimer Bürgermeister Philipp Schwab den Auftrag, die Niederlande zu besuchen und die Tabakanbaumethoden zu studieren.  Ein Jahr später, 1853,  machte sich ein zweiter badischer Beamter, Friedrich Hoffacker, auf die Reise in den Norden.  Durch ihre Berichte machten sie den Niederländischen Tabakschuppen in der Pfalz bekannt.  Typisch sind z. B. die langen vertikalen Lüftungsklappen, die sich auch in der Pfalz an vielen älteren Tabakschuppen wiederfinden.

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