Der Pfälzische Tabakschuppen. Querschnitt


Bei Figur 64. soll es sich um einen Querschnitt durch den Pfälzischen Schuppen handeln. Eine Textstelle bezieht sich auf diese Figur:

„… bei dem senkrechten Durchschnitt der Breite des Schuppens müssen wir Quadrate erblicken, deren Winkelpunkte die durchschnittenen Rahmschenkel bilden, Taf. XI. Fig. 64.“( von Babo, Hoffacker: Der Tabak und sein Anbau, 1852, S. 118)

Weder erblickt man in Figur 64 Quadrate, noch sind Rahmschenkel, geschweige denn durchschnittene Rahmschenkel zu erkennen. Die Rahmschenkel liegen nämlich quer zur Giebelseite und müssten daher als Balkenköpfe dargestellt werden. Die waagrechten unterbrochenen Linien, in der Abbildung mit „b.“ gekennzeichnet,  könnten dagegen die Rahmschenkelauflager darstellen, die stets parallel zur Giebelseite verlaufen. Dann müsste es sich aber bei Figur 64 um eine Giebelansicht handeln, bei der man von außen auf die von den Ständern teilweise verdeckten Rahmschenkelauflager blickt. Bei einem Querschnitt würde man auf die Innenseite der Giebelwand blicken. Dann müsste das Mauerwerk der Traufseiten als angeschnitten dargestellt sein. Die waagrechten Linien, die von den Ständern unterbrochen werden, wären dann die Riegel der Giebelwand.

Der dargestellte Sockel besteht aus drei Steinlagen, die im Läuferverband gesetzt sind. Der Sockel ragt an beiden Längsseiten ein wenig über die folgenden Bauteile hinaus. Die Darstellung des Bauteiles oberhalb der obersten Steinlage lässt keine eindeutigen Rückschlüsse auf das real existierende Bauteil zu: Eine waagrechte Linie schneidet auf der gesamten Länge der Giebelseite die senkrechten Linien, die die Ständerkanten darstellen sollen. (Eine Ausnahme bildet die Darstellung des linken Eckständers.) Wenn man diese Darstellung auf die gebaute Realität überträgt, müssten die Ständer auf einem lediglich ständerbreiten Würfel stehen. Zwischen diesen Würfeln lägen Schwellriegel. Eine solche Konstruktion ist ungewöhnlich. (Ein Vorblick auf Figur 65 legt nahe, wie die Darstellung der Giebelwand wohl ausgeführt werden sollte: Dort durchschneidet die waagrechte Linie die senkrechten Linien nicht. Dargestellt sind somit Ständer, die direkt auf dem Sockel stehen, und zwischen ihnen liegende Schwellriegel.)
Auf dem Sockel stehen zwei Eck- und drei Feldständer. Der Abstand zwischen ihnen ist gleich groß dargestellt. Auf den Eckständern und dem mittleren Feldständer erkennt man jeweils einen Balkenkopf. Auf diesen Balkenköpfen und auf den zwei Zwischenständern ruht ein Dachbalken, der beide Traufwände auf gleicher Länge überragt.
Zwei Zangenstreben stabilisieren den Schuppen. Jede Strebe setzt kurz oberhalb des Schnittpunktes Schwelle – Innenseite des Eckständers an. Sie überkreuzt als Scherenstrebe einen Zwischenständer und den Mittelständer, auf dem die linke die rechte Strebe überkreuzt. Jede Strebe tangiert mit der Balken-Oberseite den Balkenkopf auf dem Mittelständer, und zwar an der unteren, dem Eckbalken entgegengesetzten Ecke. Die Strebe endet im Dachbalken. Im obersten Fünftel des Eckständers setzt eine parallel zur Dachneigung verlaufende Kopfstrebe an, die den Ständer mit dem Dachbalken verbindet.
Auf dem Dachbalken ruht ein Sparrendach mit Aufschieblingen. In der Darstellung ruht der linke Sparren direkt oberhalb des Eckständers, der rechte Sparren dagegen eine Balkenbreite weiter außen. Oberhalb des Mittelständers steht eine Spitzsäule. Oberhalb der Verbindung Dachbalken – Zangenstrebe setzt jeweils eine Strebe in steilerem Winkel an, überkreuzt einen Untersparren und führt bis zum Sparren, den sie unterhalb seiner Mitte trifft. Die zwei Untersparren kreuzen sich hinter der Spitzsäule. Jeder Untersparren trifft so auf den Dachbalken, dass er mit der Kopfstrebe auf einer Linie liegt. Auf jeder Dachseite sind zwei Gauben vorgesehen. Im Unterschied zu Darstellung der Traufseite gibt es keine Hinweise, dass die Gefache der Giebelseite durch Bretter oder Ziegelsteine verschlossen sind.

Weiter: Der Pfälzische Schuppen. Traufansicht

Der Pfälzische Tabakschuppen: Grundriss

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