Der Pfälzische Tabakschuppen. Grundriss

Pfälzischer Schuppen. Grundriss. Quelle: A. von Babo, F. Hoffacker: Der Tabak und sein Anbau, 1852, Tafel XI

Der Grundriss, Figur 66, ist im rechten Bereich geschnitten. Der Schuppen weist einen längsrechteckigen Grundriss auf. Dargestellt sind – von der linken zur rechten Giebelseite – drei gleich breite Joche und ein etwas breiteres viertes Joch, das die Einfahrt birgt. Das fünfte Joch ist geschnitten. Jedes Gebinde wird durch die zwei Feldständer der beiden Traufwände und im Inneren durch drei jeweils auf einem Punktfundament stehende Ständer gebildet. Die vier Fächer sind gleich breit. Eine Einfahrt befindet sich nur an der einen Traufseite. „Die Durchgänge, welche in der Mitte des Schuppens angebracht werden“ , sind im Grundriss nicht erkennbar. Zwar gibt es Schuppen, in deren Mitte sich der Länge nach ein schmaler Gang befindet. In der Mitte des Schuppens, den von Babo und Hoffacker vorstellen, sind dagegen die Punktfundamente von Stützen abgebildet. Platz für einen Gang wäre allenfalls links oder rechts der mittleren Stützen. Der Gang wäre dann nicht nur eigenartig positioniert, sondern auch ungewöhnlich großzügig dimensioniert, er hätte dieselbe Breite wie die Fächer, die zur Tabaktrocknung dienen. An einer weiteren Textstelle wird ebenfalls direkt auf die Abbildung Bezug genommen:

„Die Entfernung der Rahmschenkellager von einander (Tafel XI. Fig. 66 a. b. c.) wird sich nach der Dicke der aufzulegenden Rahmschenkel richten, bei 2,5 Zoll im Quadrat derselben ist die Entfernung der Lager gewöhnlich zu 12 – 14 Fuß angenommen.“

Allerdings ist Figur 66 gar nicht mit den Buchstaben „a“, „b“, „c“ versehen. Außerdem sind die Rahmschenkel auf dem Grundriss nicht erkennbar. Ungewöhnlich am Grundriss ist die Vielzahl der Ständer im Gebäudeinneren. Sie schränken die Bewegungsfreiheit der Arbeiter ein. Moderne Tabakschuppen ähnlicher Größe kommen in der Regel ohne innere Ständer im Erdgeschoss aus. Der Pfälzische Schuppen war eine Adaption des Gebäudetyps Feldfruchtscheune für die Zwecke der Tabaktrocknung. Die überlieferte Trocknungseinrichtung, bestehend aus Rahmschenkel und Rahmschenkelauflager, ummantelte man mit einer Gebäudehülle, die ebenfalls nicht neu war. Neben diesem konventionellen Versuch, das qualitative und quantitative Problem der Tabaktrocknung zu lösen, gab es einen zweiten, experimentelleren. Es handelt sich um die sogenannten „Notschuppen“.

Weiter: Der Notschuppen

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