Die erste Generation von Tabaktrockenschuppen

Bis in die 30er Jahre des 19. Jahrhunderts trocknete man den Tabak in erster Linie auf den Dachböden von Haus und Scheune. Trotz Versuchen, die Durchlüftung zu verbessern, erwiesen sich die Böden zunehmend als ungeeignet, die größeren Erntemengen aufzunehmen und den gestiegenen Anforderungen an die Trocknungsqualität gerecht zu werden. Abhilfe sollten spezielle Tabaktrockenschuppen schaffen, die groß genug waren und ausreichend belüftet werden konnten: der Pfälzische Tabakschuppen und der sogenannten Notschuppen.

1 Der Pfälzische Tabakschuppen

Zu dieser Zeit, 1837, veröffentlichte Zeller im Auftrag des Badischen Landwirtschaftsvereins die „Anleitung zum Tabacks-Bau“ , Darin beschreibt er die ersten speziell für die Tabaktrocknung errichteten Tabakschuppen in der Pfalz.

„Die einfachsten Trockenhäuser sind wohl Schuppen oder Scheunen, deren Wände nicht ausgemauert, sondern mit Flechtwerk bekleidet sind, und auf deren Dache an beiden Seiten Luftzüge angebracht werden.
Statt des Geflechtes kann man die Wände auch mit Brettern verkleiden, die aber ein Zoll voneinander entfernt seyn müssen, und am zweckmäßigsten in horizontaler Richtung, …, aufgenagelt werden. … . Derartige Tabaksschuppen sind bereits in der Pfalz im Gebrauche und sie haben sich so entschieden bewährt, daß sie dem kleinern Tabackspflanzer nicht genug empfohlen werden können.“

Die ersten Tabakschuppen waren also der Beschreibung nach nichts anderes als gewöhnliche Scheunen, die man an die speziellen Trocknungsbedürfnisse durch zwei Maßnahmen angepasst hat. Zum einen wurden die Wände nicht zugemauert, sondern mit Flechtwerk oder auf Lücke genagelten Brettern verkleidet. Auch die Wände einer konventionellen Scheune waren mit Flechtwerk verkleidet, dieses war allerdings mit Lehm abgedichtet. Insofern bestand die Neuerung lediglich im Weglassen des Lehms, der die Luftzirkulation verhinderte. Zum anderen hat man auf den beiden Dachseiten Luftzüge eingesetzt. Eine konventionelle Scheune wird durch die Tenne meist ausreichend belüftet. Solche Luftzüge finden sich u. a. bei Gerberhäusern, Hopfenscheunen oder Salzlagerhäusern. Beide Modifikationen dienten dazu, den für die Trocknung erforderlichen Luftaustausch zu erhöhen. Diese Veränderungen haben sich Zeller zufolge als erfolgreich erwiesen, die Blätter konnten bereits Mitte November abgehängt werden und hatten eine schönere Farbe als die Blätter aus Dachböden, die zudem erst später trocken waren.

Quelle: A. von Babo, F. Hoffacker: Der Tabak und sein Anbau, 1852, Tafel XI

Quelle: A. von Babo, F. Hoffacker: Der Tabak und sein Anbau, 1852, Tafel XI

Die ersten Darstellungen dieser frühen Pfälzischen Schuppen sind in dem Buch „Der Tabak und sein Anbau“ (1852) von August Wilhelm von Babo und F. Hoffacker zu finden. Diese Schrift war sehr einflußreich. „In der Theorie avancierte „Der Tabak und sein Anbau“ von Babo zu einem Standardwerk, das 1882 und 1911 teils bearbeitete Neuauflagen erfuhr“, so dass „das Babo-Schwab-Modell fünf Jahrzehnte unangefochten in allen Fachpublikationen verbindlich blieb“ . Auch die gegenwärtige Forschung zieht die Schrift immer noch als Quelle ersten Ranges heran, wenn es darum geht, über den Pfälzischen Tabakanbau und die Tabakschuppen zu schreiben.
Die Darstellungen des frühen Pfälzischen Tabakschuppens befinden sich auf der Tafel XI im Anhang des Tabak-Ratgebers (Vgl. Abbildung 18.). Die Tafel vereint – von oben nach unten – eine Giebelansicht, eine geschnittene und teilverdeckte Traufansicht und einen geschnittenen Grundrissplan. Ein Wandschnitt, der sich auch auf der Tafel befindet und der die Traufansicht verdeckt, bezieht sich auf den Elsässischen Schuppentypen. Der Maßstab der zwei Ansichten und des Grundrisses ist der gleiche, es handelt sich um ein Verhältnis von etwa 1:200. Die einzelnen Figuren sind durchnummeriert (64-67), ein Maßstab oder Beschriftungen sind nicht vorhanden.  Wie wird der frühe Pfälzische tabakschuppen dargestellt?

Weiter: Der Pfälzische Tabakschuppen. Querschnitt

Der Pfälzische Schuppen. Traufansicht

Der Pfälzische Tabakschuppen: Grundriss

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